Serpentinen & Spitzkehren Motorrad – sicher durch enge Kehren
Kennst du das? Enge Kehren am Berg, Gegenverkehr knapp an der Mittellinie – und plötzlich wird aus „schöne Serpentine“ Stress im Lenker.
In diesem Beitrag zeige ich dir, worauf es bei Serpentinen & Spitzkehren Motorrad wirklich ankommt: saubere Fahrlinie, früher Blick, angepasstes Tempo – und wann die Hinterradbremse in engen Kehren dein Stabilitätsanker ist.
Aufbau vor der Tour
Serpentinen belohnen nicht Mut. Sie belohnen Vorbereitung. Bevor du am Berg übst, baue diese Bausteine auf dem Parkplatz auf:
- Blick: Wohin du schaust, dahin fährst du. Trainiere das bewusst in der Übung der Woche: Blicktechnik.
- Engere Radien: Spitzkehren sind kleine, enge Kurven. Die Vorstufe ist die Acht: Übung der Woche: 8ten – engere Kurven.
- Lockerheit: Verkrampfte Arme machen enge Kehren schwer. Mehr Flow: Übung der Woche: Lockerheit.
- Drückender Fahrstil: In engen Radien oft der Gamechanger – Bike unter dir wegdrücken, Körper ruhig. Details: Übung der Woche: Kurvenstile. Kurz als Demo: Short zum drückenden Fahrstil (auch als Instagram Reel).
Fahrlinie & Blick in Serpentinen
Serpentinen sind meist enge Kurven um die 180 Grad. Nicht jeder kriegt die Linie sauber – und genau deshalb brauchst du Abstand zur Mittellinie und eine Linie, die dir Reaktionszeit lässt.
- Linkskurve: rechts außen anfahren, lange außen bleiben, am Ende etwas Richtung Kurveninneres ziehen – ohne über die Mittellinie zu gehen
- Rechtskurve: links außen anfahren, früh tief in die Kurve schauen, Gegenverkehr früher erkennen
- Blick: weit in die Kehre reinsetzen – du fährst dorthin, wo du hinschaust
- Defensiv: Ideallinie wie auf der Rennstrecke ist hier oft nicht das Ziel. Angepasste Linie schlägt Ego
Wichtig: Das ist kein Gesetz. Wenn Gegenverkehr kommt, passt du an. Außen bleiben will geübt sein – viele brauchen lange, bis sie sich trauen, lang außen zu bleiben.
Tempo & Bremsen vor Spitzkehren
Vor einer Spitzkehre gilt: Geschwindigkeit so reduzieren, dass du sicher durchkommst. Motorbremse hilft – und wenn nötig die normale Bremse davor.
Anfänger: Bremse fertig vor der Kehre
Du bremst so lange, bis du dich sicher fühlst, fährst außen an und rollst ruhig durch. Ideal, wenn du in der Kurve nicht mehr bremsen musst.
Fortgeschritten: Bremspunkt in die Kurve
Du nimmst den Bremspunkt bis zum Scheitel (oder etwas davor) mit rein: bremsen → von der Bremse → Stützgas → Gas. Dadurch kannst du den Radius noch etwas enger ziehen. Bergab und bergauf fühlen sich dabei unterschiedlich an – Geschwindigkeit und Grip immer anpassen.
Enge Spitzkehren: Hinterradbremse
In sehr engen, langsamen Spitzkehren bist du oft im instabilen Bereich. Dann ist die Hinterradbremse meist das bessere Werkzeug als die Vorderradbremse – die Vorderradbremse mit eingeschlagenem Lenker kann das Bike seitlich „ziehen“.
- lange außen bleiben
- Blick in die Kehre
- beim Reinziehen leicht Hinterradbremse
- Motor arbeitet gegen den Widerstand – das Bike streckt sich und fühlt sich stabiler an
Zum Spüren: Auf gerader Landstraße Gas halten und kurz Hinterradbremse – genau dieses „gegen den Motor arbeiten“ brauchst du in engen Kehren.
Weitere Tipps aus Shorts & Reels
Drei kurze Ergänzungen – als Text-Links, zum schnellen Nachschauen:
- Schwung / Momentum: Ohne Schwung wird’s in der Serpentine oft schwer – z. B. über Kanten. YouTube Short · Instagram Reel
- Kupplung in der Serpentine: Was passiert, wenn du in der engen Kehre die Kupplung ziehst – und warum das die Kontrolle verändert. YouTube Short · Instagram Reel
- Anhalten statt durchziehen: In engen Serpentinen ist Warten oft die bessere Fahrtechnik. YouTube Short · Instagram Reel
Das Ganze auch als Video
Das Video findet ihr unter folgendem Link: hier.
Mein Tipp
Zwei Dinge bringen dich am weitesten: Fahrlinie (lang außen, Abstand zur Mittellinie) und richtiger Bremspunkt – in engen Spitzkehren oft mit Hinterradbremse. Den Rest holst du dir über Blick, Lockerheit und drückenden Stil vom Parkplatz mit.
Mehr dazu: Serpentinen & Spitzkehren · Übungsbereich
In diesem Sinn,
die Linke zum Gruß
Matze