Übung der Woche: Gefahrenbremsung auf dem Motorrad
Kennst du das? Plötzlich muss du auf 0 stehen – und der Puls geht hoch. Genau deshalb ist eine ordentliche Gefahrenbremsung so wichtig: Technik statt Panik.
Die Übung der Woche heute: Gefahrenbremsung. Frei zugänglich – weil mir das Thema am Herzen liegt. Ziel: verstehen, welche Kräfte wirken und wie sich das Motorrad dabei anfühlt.
Warum du das regelmäßig üben solltest
Im Ernstfall zählt Automatismus. Wer die Bremsung nur „im Kopf kennt“, aber selten übt, reagiert oft zu hart oder zu spät. Üben heißt: Kräfte spüren, Motorradverhalten kennen, ruhig bleiben.
Vorbereitung
- Bike-Check: besonders Reifendruck prüfen
- ruhiger Übungsplatz / sichere Strecke
- langsam einsteigen – nicht sofort Maximaltempo
- ABS oder kein ABS: beides bewusst üben
Technik der Gefahrenbremsung
1. Körperhaltung
Knieschluss: Beine gegen den Tank, Stabilität im unteren Rücken. Wenig Druck auf den Lenker – sonst schwenkt das Bike. Blick weit nach vorne, Oberkörper mit Grundspannung, nicht einrollen. Mehr dazu in diesem Video – Sitzhaltung und Position.
2. Progressiv bremsen
Keine Schockbremsung. Progressive Dosierung: dem Motorrad Zeit geben, vorne einzutauchen, Reifen Druck aufzubauen – und dann den Druck erhöhen. Soft rein, dann fest – wie das Öffnen einer Orange durch Zudrücken: erst Druck aufbauen, dann fest zudrücken.
3. Vorder- und Hinterradbremse
Prinzipiell: jedes Werkzeug, das dich schneller und kontrolliert zum Stehen bringt. Die Hinterradbremse mitnutzen – und spüren, wann hinten zu viel wird (besonders ohne ABS). Wenn’s hinten schlenkert: dosieren, ggf. etwas öffnen.
4. Ohne ABS besonders wichtig
Ohne ABS kann das Vorderrad blockieren. Dann musst du öffnen und wieder dosieren können. Eine einfache Verständnis-Übung: mit Partner Impuls gegen den Vorderreifen – öffnen/schließen trainieren. Mit ABS übernimmt die Regelung viel – üben solltest du trotzdem, damit du weißt, wie sich deine Maschine anfühlt.
5. Füße erst bei null
Auf null runterbremsen – dann die Füße absetzen. Früher paddeln bringt Unruhe. Wenn das noch wackelt: erst Balance, dann die Steigerung mit dem Track Stand üben. Oft nehme ich links ab, rechts bleibt für die Hinterradbremse (z. B. am Berg).
Worauf du achten solltest
- Progressiv: nicht sofort volle Kanne
- Blick: weit nach vorne
- Knieschluss: Stabilität unten, Lenker entlasten
- Reifendruck: beeinflusst die Aufstandsfläche
- Füße: erst nach dem Stillstand
- Umgebung: niemanden gefährden – bewusst üben
Das Ganze auch als Video
Das Video findet ihr unter folgendem Link: hier.
Mein Tipp
Üb Bremsen regelmäßig – auch mal mit und ohne Hinterradbremse, damit du dosieren lernst. ABS ist hilfreich, ersetzt aber kein Gefühl für deine Maschine.
Du möchtest mehr strukturierte Übungen und den nächsten Schritt? Schau im Übungsbereich vorbei – oder direkt bei den Übungen für Fahranfänger.
In diesem Sinn,
die Linke zum Gruß
Matze